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Kantorei

29. April 2018: Ökumenisches Chorkonzert
"Lichte Stille - Neue geistliche Musik im Bergischen Land"
Ökumenisches Chorkonzert

PROGRAMM
Peter Reulein (*1966) Te Deum (Auftragskomposition für "Lichte Stille"
Heitor Villa-Lobos (1887-1959) Bachianas Brasileiras Nr. 9 für Streichorchester
Martin Palmeri (*1965) Misa a Buenos Aires, Misatango, für Singstimme, Chor, Bandoneon, Klavier und Streicher


Presseecho:
RHEINISCHE POST vom 1. Mai 2018

Mix aus argentinischen Tango-Klängen und lateinischer Messe
 

VON GABI KNOPS-FEILER
LEICHLINGEN In Kirchen wird gebetet; gesungen, gelacht und geweint; Warum nicht mal getanzt? Unter der Überschrift „Liturgie trifft Tanz" erklang in der Gemeinde St. Johannes Baptist am Sonntagabend jene Musik, die der Kölner Domchor dem argentinischen Papst Franziskus vor einigen Jahren nach Rom brachte. Zum Auftakt ließ der Frankfurter Komponist Peter Reulein die Klänge in seinem „Te Deum“ tanzen. Zu afro-kubanischen und mexikanischen Rhythmen erklang das Lob Gottes aus den Kehlen der Sänger von Evangelischer Kantorei, Katholischem Kirchenchor, Chorschule und italienischem Gastchor Ludus Vocalis aus Ravenna, von Pfarrer Michael Eichinger eingangs in Landessprache begrüßt. Für die musikalische Begleitung sorgte die Bergische Kammerphilharmonie. Weitere Mitwirkende waren Daniela Bosenius (Mezzosopran), Stephan Langenberg (Bandeon) und Beatrice Santini (Piano). Die Gesamtleitung hatten Garsten Ehret und Pia Gensler.
Das Auftragswerk war zugleich eine Uraufführung im Rahmen des Projektes „Lichte Stille: Neue geistliche Musik im Bergischen Land“. Kernstück des ökumenischen Chorkonzertes war die „Misa a Bueno Aires“ – auch bekannt als Misa Tango - von Martin Palmeri. Der argentinische Komponist und Tango-Arrangeur hüllte Jahrhunderte alten, lateinischen Messetext in das Gewand des Tango Nuevo mit seinen markanten Rhythmen und dem unverkennbaren Klangkolorit; maßgeblich erzeugt durch das Bandoneon, obwohl Elemente klassischer Messvertonungen durchschimmerten, etwa beim Kyrie.
Insgesamt ertönte eine interessante Zusammensetzung aus europäischen Traditionen und emotionalen Klängen des argentinischen Tangos. Wer aber dachte, die Tänzer Mareike Pocken und Jost Budde würden im Gotteshaus einen mitreißenden Tanz bieten, der in der argentinischen Metropole an jeder Ecke gepflegt wird, der wurde enttäuscht. Das Paar glitt vielmehr zart und fast schon meditativ über die Bühne vor dem Altar. Vom Tanzen zum Lobe Gottes ist in der Bibel mehrfach die Rede. In einigen Psalmen wird regelrecht zum Reigen(tanz) aufgefordert, Prophetin Mirjam dankte Gott tanzend für die Rettung am Schilfmeer und König David tanzte sogar vor der Bundeslade, dem Allerheiligsten. In all diesen Darstellungen findet der Tanz nicht zum eigenen Vergnügen statt, sondern er ist liturgische Handlung, gleichwertig dem gesungenen oder gesprochenen Wort, welches das Lob Gottes verkündet


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