VON FRANK WEIFFEN
Leichlingen - Keine Frage: Das
Wetter war „uselig": nass und kalt und mit viel Eis draußen. Für das
Motto des Konzertes im Innern der evangelischen Kirche an der
Marktstraße hätte es jedoch nicht besser sein können: Es lautete
„skandinavisch" und schrie deshalb geradezu nach Kälte, Eis und
Schnee - auch wenn die Musik dazu gereichte, die Herzen der vielen
Zuhörer zu erwärmen.
Versammelt hatten sich am
Samstagabend die Bläser der Leichlinger Kantorei mit solistischer
Unterstützung des Hornisten Frank Lloyd und - natürlich - der
hiesigen Organistin Bettina Strübel. Und im Gegensatz zu so manchem
Autofahrer in der Bergischen Nacht kamen sie alle nicht ins
Schlittern, sondern überzeugten mit ausgesuchten Stücken in
nordischer Tradition oder verfasst von nordischen Komponisten:
Edvard Griegs „Kleine Suite" war ebenso dabei wie Johann Helmich
Romans „Allegro", Christian Brunns berühmte „Wickie-Suite" (die ja
lange schon nicht mehr nur Kindern ein Lächeln aufs Gesicht zaubert)
ebenso wie Bernhard Krols „In mei memoriam" aus der „Missa muta".
Das allein bescherte schon
eine wundervolle Mischung aus sich sich stets abwechselnder
Dramatik, Melancholie und Witz. Vor allem Jean Sibelius' „Finlandia"
- von Strübel solo gespielt -brachte das Gotteshaus zum Erzittern
und endete mit einem rotierenden, goldenen Zimbelstern hoch oben an
der Orgel.
Aber am Ende waren es vor
allem die Nachwuchsmusiker der Junghornistengruppe - sie spielten
Beethoven und Tschaikowsky hoch konzentriert und mit sichtlicher
Begeisterung -, die für jene ganz besondere familiäre und intime
Atmosphäre sorgten, die derlei Kirchenkonzerte im besten Falle
auszeichnen sollte. Ein wahrlich gelungener Abend.