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Presseecho

Kölner Stadtanzeiger vom 28.7.2013

Orgelsommer: Ein frischer italienischer Wind


Der Mailänder Orgeldozent Giorgio Parolini beeindruckte mit seinem sachlich virtuosen Spiel.


Giorgio Parolini hat beim Leichlinger Orgelsommer Bachs „Kunst der Fuge" interpretiert. Die Musik war schnörkellos und wunderbar klar. Bis vor einem Jahr war Parolini Hauptorganist an der „Basilica of Sant Eufemia" in Mailand.

Immer eindringlicher wurden die einfachen Melodien zu einem Band schlanker Barockmusik gezwirbelt, und dann brach die Orgel jäh bei der unvollendeten Schlussfuge ab. So wie Giorgio Parolini Bachs „Kunst der Fuge" im Rahmen des Leichlinger Orgelsommers interpretierte, war es schnörkellos und wunderbar klar. Kontemplation stellte sich in der Kirche an der Marktstraße somit schon nach wenigen Takten ein. Parolini ist ein Meister seines Fachs. Er lehrt in Mailand Orgel und Theorie sowie Komposition in Cagliari.
Bis vor einem Jahr war er Hauptorganist an der „Basilica of Sant Eufemia" in Mailand. Ein italienischer frischer Wind wehte auch durch die Leichlinger Kirche. Parolinis Spiel ist geprägt von einer Intensität des Atemholens, kein aufgeregtes Virtuosentum, ganz ruhig und klar ist die Artikulation. Jede Note wird ausgeschöpft und ruht in sich. Auch als die Romantik in Form der Mendelssohn-Sonate Opus 65 Nummer 3 in A-Dur auf die Barockmusik folgte, entfachte der Organist keinen wilden Gefühlsfuror sondern blieb sachlich. Mendelssohn, Schöpfer der Reformationssymphonie, hat in der geistlichen Musik einen Fundus gelegt. Die Barockmeister mögen Vorbild gewesen sein.
Auch bei Max Regers Benedictus Opus 59 Nummer 9 wirkte die Kirche als Ort musikalischer Besinnung, und das macht ja gerade den Reiz des Orgelsommers aus. Es folgten noch Denis Bédards Andantino und Eugène Gigouts Toccata in h-Moll. Fortgesetzt wird der Leichlinger Orgelsommer, der bis einschließlich 6. September immer freitags um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche an der Marktstraße in Leichlingen stattfindet, am 2. August. Dann ist Stephan Leuthold aus Dresden zu Gast. Er spielt Johann Sebastian Bach und zwar Präludium und Fuge aus der Ciavierübung. Außerdem stehen Duruflé, Vierne, Bräutigam, Ritter und Clérambault auf dem Programm. Der Eintritt ist frei. (JAN)